Sport ist gesund und macht gute Laune. Und das Beste ist: Es ist nie zu spät, damit anzufangen. Das heißt jedoch nicht, dass Sie erst aktiv werden sollen, wenn Sie bereits Beschwerden haben. Die Grundlagen für ein bewegtes und gesundes Leben werden bereits in frühester Kindheit gelegt.

Risiko Bewegungsmangel

Im europäischen Vergleich leben hierzulande die meisten Übergewichtigen. Dieser traurige Rekord sorgte im April 2007 für Schlagzeilen. Wie eine internationale Studie herausfand, sind drei Viertel der Männer und mehr als die Hälfte der Frauen zu schwer.

Fakt ist jedoch: Wir bewegen uns zu wenig! Ein Drittel der Deutschen ist nach eigenen Angaben körperlich kaum bzw. gar nicht aktiv. Schuld daran ist unsere moderne Lebensweise. Wer nicht gezielt Sport treibt, kann seine Bewegung auf ein Minimum reduzieren. Wir gehen nicht mehr zu Fuß, sondern benutzen das Auto, steigen keine Treppen, wenn ein Fahrstuhl zur Verfügung steht, und sitzen bei sonnigem Wetter lieber mit einem Buch im Liegestuhl, als eine Radtour zu unternehmen oder zu wandern. Das kann man zwar mal machen, aber wir müssen wissen: Ohne Bewegung werden wir krank!

Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jedes Jahr weltweit mehr als zwei Millionen Menschen an Bewegungsmangel, einseitiger Ernährung und Übergewicht. Dieses tödliche Trio ist für viele chronische Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Arterienverkalkung, Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparats oder des Herz-Kreislauf-Systems verantwortlich. Allein in Deutschland verursacht die Behandlung der typischen Zivilisationskrankheiten rund 70 Milliarden Euro jährlich.


Kleine Entdecker auf großer Tour. Für Kinder bedeutet körperliche Aktivität vor allem Spaß und Spiel. Allerdings brauchen sie entsprechende Angebote, Freiräume und Vorbilder!

Besonders erschreckend: Immer mehr Kinder leiden unter Übergewicht. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der dicken und sogar fettleibigen (adipösen) Kinder und Jugendlichen verdoppelt. Während sie früher noch draußen herumtobten, Fangen spielten oder auf Bäume kletterten, verbringen sie heute die meiste Zeit des Tages vor dem Fernseher oder dem Computer. Mit fatalen Folgen für ihre Entwicklung! In keinem anderen Alter ist Bewegung so wichtig wie in der frühen Kindheit. Werden Knochen, Sehnen, Gelenke und Muskeln in der Wachstumsphase nicht ausreichend beansprucht, drohen dauerhafte Schäden. Bei vielen Stubenhockern ist zudem die Entwicklung der geistigen und psychosozialen Fähigkeiten gestört, denn Kinder begreifen und erfahren ihre Umwelt hauptsächlich durch Bewegung.

Sport trägt übrigens in jedem Alter dazu bei, den Kopf fit zu halten. Studien belegen, dass die Gedächtnisleistung älterer Menschen schneller nachlässt, wenn sie nie aktiv waren oder nicht mehr aktiv sind. Ein gesunder Geist funktioniert eben am besten in einem gesunden Körper.

Wenn Sie also bisher eher zu den so genannten Couch-Potatoes gehörten, sollten Sie sich schleunigst auf die Beine machen. Wer sich viel bewegt und regelmäßig entsprechend seiner Leistungsfähigkeit Sport treibt, lebt vernünftiger und gesünder.

nach oben
10 gute Gründe für mehr Bewegung

Der Mensch ist so konstruiert, dass er sich bewegen muss, um gesund und vital zu bleiben. Ohne Bewegung verlieren Muskeln, Knochen und Organe ihre Leistungsfähigkeit – wer rastet, der rostet! Neben Ausdauer sollten auch Kraft und Beweglichkeit trainiert werden.


Als Ausdauersport wird jede körperliche Belastung bezeichnet, die mehr als 20 bis 30 Minuten andauert und im niedrigen bis mittleren Pulsbereich durchgeführt wird. Zu den Ausdauersportarten gehören Joggen, Walken, Radfahren, Schwimmen oder Wandern.

Jede Form der Bewegung steigert die Sauerstoffaufnahme. Das merken Sie ganz einfach daran, dass Ihr Atem schneller geht. Schon bei einem strammen Marsch von einer halben Stunde vervierfacht sich die Sauerstoffaufnahme. Dadurch weiten sich die Blutgefäße, so dass mehr Blut und damit auch mehr Sauerstoff zu den Muskeln transportiert werden kann. Je mehr Sauerstoff zur Verfügung steht, desto besser können die Zellen Kohlenhydrate und Fette in Energie umwandeln. Das funktioniert allerdings nur, wenn die körperliche Belastung mehr als 20 bis 30 Minuten andauert und im niedrigen bis mittleren Pulsbereich durchgeführt wird. Da jede Zelle Sauerstoff benötigt – auch das Gehirn –, steigert Sport ganz nebenbei auch die Konzentrationsfähigkeit.

2. Herz-Kreislauf-System stärken
Auch wenn es paradox klingt: Regelmäßige Belastung schont das Herz, weil es auf Dauer ökonomischer arbeitet. Durch sanftes Ausdauertraining nimmt das Herzvolumen zu, da mit jedem Schlag eine größere Menge Blut durch den Körper gepumpt wird. Dadurch normalisieren sich Ruhepuls und Blutdruck. Vermeiden Sie jedoch Überbelastung! Laufen Sie nur so schnell, dass Sie sich dabei noch unterhalten können. Bereits mäßige Bewegung senkt das Herzinfarktrisiko um 30 Prozent. Schon nach wenigen Wochen werden Sie merken, dass Sie nicht mehr so schnell ermüden und besser Luft bekommen.

3. Stoffwechsel anregen
Da der Körper beim Sport Energie verbraucht, werden Fett- und Zuckerstoffwechsel angekurbelt. In Kombination mit einer Gewichtsreduktion sinken dadurch der Blutzuckerspiegel und das „schlechte“ LDL-Cholesterin, das als Hauptrisikofaktor für Arteriosklerose gilt. Dafür erhöhen sich die „guten“ HDL-Werte, also jene Proteine, die der Arterienverkalkung entgegenwirken, da sie überflüssiges Cholesterin im Blut entfernen.

Metabolisches Syndrom
Immer mehr Menschen sind durch das gemeinsame Auftreten von Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Diabetes und Bluthochdruck gesundheitlich gefährdet. Kommen mindestens zwei dieser Zivilisationskrankheiten zusammen, spricht man vom Metabolischen Syndrom. Schon die einzelnen Faktoren schädigen die Blutgefäße und können zu Arteriosklerose führen. In Kombination multipliziert sich jedoch das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, um ein Vielfaches. Erster Hinweis auf ein Metabolisches Syndrom ist ein Bauchumfang von mehr als
80 cm bei Frauen*
94 cm bei Männern*
Liegen Sie darüber, sollten Sie Ihr viszerales Fett messen!

* Volksgruppenspezifische Werte laut International Diabetes Federation (IDF), 2006

4. Gewicht reduzieren
Nur wenn Sie mehr Kalorien verbrauchen, als Sie zu sich nehmen, purzeln die Pfunde. Dabei hilft Ihnen Sport in dreifacher Hinsicht: Bewegung regt den Stoffwechsel an, so dass Sie während des Trainings mehr Kohlenhydrate und Fett verbrennen als normalerweise. Doch auch danach läuft der Stoffwechsel noch eine geraume Zeit auf Hochtouren. Dieser Nachbrenn-Effekt unterstützt Sie beim Abnehmen, auch wenn Sie bereits wieder auf dem Sofa sitzen. Regelmäßiger Sport erhöht außerdem die Muskelmasse. Je mehr Muskeln Sie haben, desto mehr Energie verbrauchen Sie – das regt wiederum den Stoffwechsel an und steigert den Grundumsatz*.

* Grundumsatz bezeichnet die benötigte Energiemenge, die der Mensch bei völliger Ruhe zur Aufrechterhaltung seiner Körperfunktionen benötigt. Er ist abhängig von Faktoren wie Geschlecht, Gewicht etc. Die Energiemenge, die wir brauchen, um Tätigkeiten durchzuführen, nennt man Arbeitsumsatz. Im Gegensatz zum Grundumsatz verändert sich der Arbeitsumsatz je nach körperlicher Belastung.

5. Immunsystem aktivieren
Freizeitsportler sind seltener krank als Bewegungsmuffel, weil ihr Immunsystem um 30 bis 50 Prozent stärker ist. Bei körperlicher Aktivität entstehen kleine Reiz- und Entzündungsherde in Muskeln und Darm, die sofort repariert werden. Einmal an der Arbeit, stöbern unsere Immunzellen nun auch Bakterien, Giftstoffe und andere Fremdkörper auf und machen sie unschädlich. Das stärkt auf Dauer unsere Abwehrkräfte.


Einkaufstaschen tragen, den Koffer vom Kleiderschrank herunternehmen, unter dem Sofa sauber machen - auch im Alltag brauchen wir Kraft und Beweglichkeit, um selbst einfachste Tätigkeiten verrichten zu können.

6. Muskelkraft verbessern
Alle Bewegungsabläufe erfordern Kraft und Koordination. Doch bereits ab dem 30. Lebensjahr bauen wir Muskelmasse ab und büßen mit jedem Jahrzehnt etwa zehn Prozent unserer Kraft ein. Besonders betroffen sind Muskeln, die wir bei unserer heutigen Lebensweise nicht so häufig brauchen, also Arm-, Brust-, Schulter-, Bauch- und Rückenmuskeln. Doch zum Glück lässt sich diese Entwicklung aufhalten und sogar rückgängig machen. Ein gezieltes Kräftigungsprogramm sorgt für einen starken Rücken, eine aufrechte Haltung und Mobilität bis ins hohe Alter.

7. Beweglichkeit erhalten
Stellen Sie sich mal aufrecht hin und versuchen Sie, mit den Fingern den Boden zu berühren. Dabei bleiben die Beine gestreckt. Schaffen Sie das? Was für Kinder im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderspiel ist, fällt uns mit zunehmendem Alter immer schwerer. Schuld daran sind verkürzte Muskeln und steife Gelenke. Mit entsprechenden Dehnübungen und Gymnastik verbessern Sie Ihre Beweglichkeit.

8. Knochen kräftigen
Auch unsere Knochen brauchen Bewegung, um nicht brüchig zu werden. Allein in Deutschland leiden sieben Millionen Menschen unter Osteoporose, dem fortschreitenden Verlust von Knochensubstanz. Zwar stärkt jede Form von körperlicher Aktivität die Knochendichte, doch am besten eignet sich Krafttraining. Denn auch für die Knochen gilt: Bis etwa zum 30. Lebensjahr überwiegt der Knochenaufbau – danach der Abbau. Übrigens: Wer schon als Kind viel Sport treibt, schützt sich nachhaltig vor Knochenschwund.


Wer Sport treibt, hat mehr vom Leben. Bewegung macht fit, schlank, jung und gesund. Sie fühlen sich einfach besser und ausgeglichener.

9. Glücklich und entspannt sein
Sport ist Balsam für die Seele. Während wir durch den Wald laufen oder im Schwimmbad unsere Bahnen ziehen, werden vermehrt Glückshormone ausgeschüttet. In Kombination mit einer besseren Durchblutung und der erhöhten Sauerstoffversorgung bauen wir Stress ab, verbessern unsere mentale Leistungsfähigkeit und fühlen uns insgesamt gesünder. Als hochwirksames Antidepressivum beugt regelmäßige Bewegung zudem Müdigkeit, Melancholie und Depressionen vor. So bleiben Sie nicht nur körperlich, sondern auch geistig und emotional im Gleichgewicht.

10. Jung bleiben
Wer träumt nicht davon, bis ins hohe Alter gesund und vital zu bleiben? Mit Sport senken Sie Ihr biologisches Alter und fühlen sich 20 Jahre lang wie 40! Das sichtbare Ergebnis ist eine straffe Figur und glattere Haut. Sie wirken dynamischer, selbstbewusster und attraktiver – Sport als ewig sprudelnder Jungbrunnen!

nach oben