Bewegung - was?

Die 10 größten Fitness-Irrtümer

Sanftes Stretching beugt Verletzungen vor und schützt vor Überlastung.
1. Wer Sport treibt, kann alles essen.

Falsch! Die meisten Menschen überschätzen den Kalorienverbrauch durch Sport. Ein Beispiel: 300 Kalorien sind der Lohn für eine halbe Stunde Dauerlauf. Eine Tafel Schokolade schlägt jedoch mit 530 Kalorien zu Buche. Nur weil Sie Sport treiben, können Sie nicht hemmungslos schlemmen. Es ist ganz einfach: Wer mehr isst, als er verbraucht, nimmt zu.

2. Je schlimmer der Muskelkater, desto effektiver das Training.

Falsch! Beim Training darf der Muskel ruhig brennen, mehrere Tage später aber nicht mehr. Denn Muskelkater ist ein Zeichen für winzige Verletzungen in den Muskelzellen. Sie können entstehen, wenn Sie lange keinen Sport gemacht, sich vor dem Training nicht richtig aufgewärmt haben oder die Belastung zu hoch war. Gehen Sie es beim nächsten Mal einfach ruhiger an – nehmen Sie weniger Gewicht, laufen Sie langsamer oder setzen Sie ein bis zwei Tage aus.

3. Das beste Mittel gegen Muskelkater ist, dieselbe Übung nochmal zu machen.

Falsch! Jetzt ist erst einmal eine Pause angesagt, damit sich Ihre Muskeln erholen können. Sanfte Bewegungen sind allerdings erlaubt. Leichtes Stretching oder Dehnübungen entlasten die geplagten Muskeln ebenso wie ein heißes Bad. Gönnen Sie sich ab und zu eine Massage!

Viel trinken - am besten auch schon während des Trainings. Spezielle Sportlerdrinks sind allerdings überflüssig. In einer Apfelschorle sind Mineralien und Vitamine enthalten.
4. Wer viel schwitzt, verbrennt Fett.

Falsch! Wenn diese Behauptung stimmen würde, müssten Sie ja auch in der Sauna abnehmen oder im Sommer immer dünner werden. Fakt ist: Wer schwitzt, verliert zunächst einmal nur Wasser. Gleichen Sie den Flüssigkeitsverlust nach dem Training mit Mineralwasser oder Apfelschorle aus. Für die optimale Fettverbrennung sorgt regelmäßiger Ausdauersport wie Wandern, Laufen, Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren.

5. Die Fettverbrennung setzt erst nach 20 Minuten ein.

Falsch! Unser Körper verbrennt ab der ersten Trainingsminute Fett, zunächst allerdings mit einem minimalen Anteil am gesamten Energieaufkommen. Je länger die Belastung dauert, desto schneller leeren sich die Kohlenhydratspeicher – jetzt greifen wir immer stärker auf unsere Fettdepots zurück. Am besten funktioniert das mit einem langsamen Ausdauertraining, da die Fettverbrennung viel mehr Sauerstoff benötigt als der Abbau von Kohlenhydraten.

Den ganzen Tag sitzen? Das ist Gift für den Rücken! Die Belastung der Wirbelsäule ist beim Sitzen deutlich höher als beim Gehen oder Stehen.
6. Man kann Fett gezielt an den Problemzonen abbauen.

Falsch! Benötigt der Körper Energie, holt er sie sich nicht nur aus den Fettdepots an Po, Hüften, Bauch oder Oberschenkeln, sondern zunächst dort, wo es für ihn am einfachsten ist – z. B. im Gesicht, an Armen und Beinen. Da der Körperbau größtenteils genetisch bedingt ist, können Sie die Proportionen nicht grundlegend verändern. Mit einer Kombination aus Ausdauertraining und gesunder Ernährung werden Sie die Fettpölsterchen am besten los. Krafttraining empfiehlt sich als Ergänzung, weil Sie Muskeln aufbauen und sich Ihre Figur insgesamt verbessert.

7. Bei Rückenschmerzen darf man keinen Sport treiben.

Falsch! Verspannte Muskeln verhärten und werden schlechter durchblutet. Versuchen wir, den Schmerzen durch Schonung zu entgehen, hat das weitere Verspannungen zur Folge – ein Teufelskreis und vor allem eine Schwächung der Muskulatur. Bei Nackenschmerzen und leichten Verspannungen helfen sanfte Gymnastik, Schwimmen, Yoga und auch Laufen. Viel Bewegung ist das beste Mittel gegen Rückenschmerzen.

8. Hausarbeit reicht, um sich fit zu halten.

Falsch! Die Belastung beim Putzen, Bügeln und Staubsaugen ist viel zu gering. Umfang und Intensität reichen nicht aus, um eine langfristige gesundheitliche Wirkung zu erzielen.

9. Aufwärmen vor dem Sport ist überflüssig.

Falsch! Wer sich aufwärmt, versorgt die Muskeln mit Sauerstoff und aktiviert dadurch die Nervenimpulse. Das stimmt den Bewegungsapparat auf das nachfolgende Training ein und beugt Verletzungen vor. Besonders wichtig sind Aufwärmübungen bei Sportarten, die einen schnellen oder hohen Kraftaufwand erfordern wie Tennis, Ballsport oder Krafttraining.

10. Ab dem 50. Lebensjahr macht es keinen Sinn mehr, mit dem Sport anzufangen.

Falsch! Für Bewegung ist es nie zu spät. Studien belegen, dass Sport den körperlichen und geistigen Alterungsprozess verzögert. Ein Kräftigungsprogramm trägt darüber hinaus zur besseren Bewältigung der Alltagsaufgaben bei und leistet einen wichtigen Beitrag zur Sturzprophylaxe. Selbst im hohen Alter kann die Muskelkraft in nur einem Jahr noch um 100 Prozent gesteigert werden.

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