Bewegung - warum?

Sport ist gesund und macht gute Laune. Und das Beste ist: Es ist nie zu spät, damit anzufangen. Das heißt jedoch nicht, dass Sie erst aktiv werden sollen, wenn Sie bereits Beschwerden haben. Die Grundlagen für ein bewegtes und gesundes Leben werden bereits in frühester Kindheit gelegt.

10 gute Gründe für mehr Bewegung

Der Mensch ist so konstruiert, dass er sich bewegen muss, um gesund und vital zu bleiben. Ohne Bewegung verlieren Muskeln, Knochen und Organe ihre Leistungsfähigkeit – wer rastet, der rostet! Neben Ausdauer sollten auch Kraft und Beweglichkeit trainiert werden.

Als Ausdauersport wird jede körperliche Belastung bezeichnet, die mehr als 20 bis 30 Minuten andauert und im niedrigen bis mittleren Pulsbereich durchgeführt wird. Zu den Ausdauersportarten gehören Joggen, Walken, Radfahren, Schwimmen oder Wandern.
1. Sauerstoff tanken

Jede Form der Bewegung steigert die Sauerstoffaufnahme. Das merken Sie ganz einfach daran, dass Ihr Atem schneller geht. Schon bei einem strammen Marsch von einer halben Stunde vervierfacht sich die Sauerstoffaufnahme. Dadurch weiten sich die Blutgefäße, so dass mehr Blut und damit auch mehr Sauerstoff zu den Muskeln transportiert werden kann. Je mehr Sauerstoff zur Verfügung steht, desto besser können die Zellen Kohlenhydrate und Fette in Energie umwandeln. Das funktioniert allerdings nur, wenn die körperliche Belastung mehr als 20 bis 30 Minuten andauert und im niedrigen bis mittleren Pulsbereich durchgeführt wird. Da jede Zelle Sauerstoff benötigt – auch das Gehirn –, steigert Sport ganz nebenbei auch die Konzentrationsfähigkeit.

2. Herz-Kreislauf-System stärken

Auch wenn es paradox klingt: Regelmäßige Belastung schont das Herz, weil es auf Dauer ökonomischer arbeitet. Durch sanftes Ausdauertraining nimmt das Herzvolumen zu, da mit jedem Schlag eine größere Menge Blut durch den Körper gepumpt wird. Dadurch normalisieren sich Ruhepuls und Blutdruck. Vermeiden Sie jedoch Überbelastung! Laufen Sie nur so schnell, dass Sie sich dabei noch unterhalten können. Bereits mäßige Bewegung senkt das Herzinfarktrisiko um 30 Prozent. Schon nach wenigen Wochen werden Sie merken, dass Sie nicht mehr so schnell ermüden und besser Luft bekommen.

3. Stoffwechsel anregen

Da der Körper beim Sport Energie verbraucht, werden Fett- und Zuckerstoffwechsel angekurbelt. In Kombination mit einer Gewichtsreduktion sinken dadurch der Blutzuckerspiegel und das "schlechte" LDL-Cholesterin, das als Hauptrisikofaktor für Arteriosklerose gilt. Dafür erhöhen sich die "guten" HDL-Werte, also jene Proteine, die der Arterienverkalkung entgegenwirken, da sie überflüssiges Cholesterin im Blut entfernen.

4. Gewicht reduzieren

Nur wenn Sie mehr Kalorien verbrauchen, als Sie zu sich nehmen, purzeln die Pfunde. Dabei hilft Ihnen Sport in dreifacher Hinsicht: Bewegung regt den Stoffwechsel an, so dass Sie während des Trainings mehr Kohlenhydrate und Fett verbrennen als normalerweise. Doch auch danach läuft der Stoffwechsel noch eine geraume Zeit auf Hochtouren. Dieser Nachbrenn-Effekt unterstützt Sie beim Abnehmen, auch wenn Sie bereits wieder auf dem Sofa sitzen. Regelmäßiger Sport erhöht außerdem die Muskelmasse. Je mehr Muskeln Sie haben, desto mehr Energie verbrauchen Sie – das regt wiederum den Stoffwechsel an und steigert den Grundumsatz.

"Grundumsatz" bezeichnet die benötigte Energiemenge, die der Mensch bei völliger Ruhe zur Aufrechterhaltung seiner Körperfunktionen benötigt. Er ist abhängig von Faktoren wie Geschlecht, Gewicht etc. Die Energiemenge, die wir brauchen, um Tätigkeiten durchzuführen, nennt man Arbeitsumsatz. Im Gegensatz zum Grundumsatz verändert sich der Arbeitsumsatz je nach körperlicher Belastung.

5. Immunsystem aktivieren

Freizeitsportler sind seltener krank als Bewegungsmuffel, weil ihr Immunsystem um 30 bis 50 Prozent stärker ist. Bei körperlicher Aktivität entstehen kleine Reiz- und Entzündungsherde in Muskeln und Darm, die sofort repariert werden. Einmal an der Arbeit, stöbern unsere Immunzellen nun auch Bakterien, Giftstoffe und andere Fremdkörper auf und machen sie unschädlich. Das stärkt auf Dauer unsere Abwehrkräfte.

Einkaufstaschen tragen, den Koffer vom Kleiderschrank herunternehmen, unter dem Sofa sauber machen - auch im Alltag brauchen wir Kraft und Beweglichkeit, um selbst einfachste Tätigkeiten verrichten zu können.
6. Muskelkraft verbessern

Alle Bewegungsabläufe erfordern Kraft und Koordination. Doch bereits ab dem 30. Lebensjahr bauen wir Muskelmasse ab und büßen mit jedem Jahrzehnt etwa zehn Prozent unserer Kraft ein. Besonders betroffen sind Muskeln, die wir bei unserer heutigen Lebensweise nicht so häufig brauchen, also Arm-, Brust-, Schulter-, Bauch- und Rückenmuskeln. Doch zum Glück lässt sich diese Entwicklung aufhalten und sogar rückgängig machen. Ein gezieltes Kräftigungsprogramm sorgt für einen starken Rücken, eine aufrechte Haltung und Mobilität bis ins hohe Alter.

7. Beweglichkeit erhalten

Stellen Sie sich mal aufrecht hin und versuchen Sie, mit den Fingern den Boden zu berühren. Dabei bleiben die Beine gestreckt. Schaffen Sie das? Was für Kinder im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderspiel ist, fällt uns mit zunehmendem Alter immer schwerer. Schuld daran sind verkürzte Muskeln und steife Gelenke. Mit entsprechenden Dehnübungen und Gymnastik verbessern Sie Ihre Beweglichkeit.

8. Knochen kräftigen

Auch unsere Knochen brauchen Bewegung, um nicht brüchig zu werden. Allein in Deutschland leiden sieben Millionen Menschen unter Osteoporose, dem fortschreitenden Verlust von Knochensubstanz. Zwar stärkt jede Form von körperlicher Aktivität die Knochendichte, doch am besten eignet sich Krafttraining. Denn auch für die Knochen gilt: Bis etwa zum 30. Lebensjahr überwiegt der Knochenaufbau – danach der Abbau. Übrigens: Wer schon als Kind viel Sport treibt, schützt sich nachhaltig vor Knochenschwund.

Wer Sport treibt, hat mehr vom Leben. Bewegung macht fit, schlank, jung und gesund. Sie fühlen sich einfach besser und ausgeglichener.
9. Glücklich und entspannt sein

Sport ist Balsam für die Seele. Während wir durch den Wald laufen oder im Schwimmbad unsere Bahnen ziehen, werden vermehrt Glückshormone ausgeschüttet. In Kombination mit einer besseren Durchblutung und der erhöhten Sauerstoffversorgung bauen wir Stress ab, verbessern unsere mentale Leistungsfähigkeit und fühlen uns insgesamt gesünder. Als hochwirksames Antidepressivum beugt regelmäßige Bewegung zudem Müdigkeit, Melancholie und Depressionen vor. So bleiben Sie nicht nur körperlich, sondern auch geistig und emotional im Gleichgewicht.

10. Jung bleiben

Wer träumt nicht davon, bis ins hohe Alter gesund und vital zu bleiben? Mit Sport senken Sie Ihr biologisches Alter und fühlen sich 20 Jahre lang wie 40! Das sichtbare Ergebnis ist eine straffe Figur und glattere Haut. Sie wirken dynamischer, selbstbewusster und attraktiver – Sport als ewig sprudelnder Jungbrunnen!

Metabolisches Syndrom

Immer mehr Menschen sind durch das gemeinsame Auftreten von Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Diabetes und Bluthochdruck gesundheitlich gefährdet. Kommen mindestens zwei dieser Zivilisationskrankheiten zusammen, spricht man vom Metabolischen Syndrom. Schon die einzelnen Faktoren schädigen die Blutgefäße und können zu Arteriosklerose führen. In Kombination multipliziert sich jedoch das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, um ein Vielfaches. Erster Hinweis auf ein Metabolisches Syndrom ist ein Bauchumfang von mehr als

  • 80 cm bei Frauen*
  • 94 cm bei Männern*

Liegen Sie darüber, sollten Sie Ihr Viszerales Fett
Fett ist nicht gleich Fett: Während uns Unterhautfettgewebe lediglich dick aussehen lässt, stellt das innere bzw. viszerale Fett eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar. Es umhüllt vorzugsweise Herz, Leber und Bauchspeicheldrüse. Dadurch steigen Blutfettwerte, Blutzuckerspiegel und Blutdruck. Eine klassische Diät ist allerdings der falsche Weg, um abzuspecken, weil Sie in erster Linie Wasser verlieren und das äußere Fett reduzieren. So sehen Sie schlank aus, doch das Risiko des Metabolischen Syndroms bleibt bestehen. Nur mit regelmäßiger Bewegung und einer Ernährungsumstellung rücken Sie auch dem Organfett zu Leibe.
viszerales Fett
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* Volksgruppenspezifische Werte laut International Diabetes Federation (IDF), 2006

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